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Donnerstag, 02. April 2020
10:00 – 15:00 Uhr

Kostenfreie Rufnummer:
0800 - 5 33 22 11

Experten:

  • Prof. Dr. med. Michael Barbe;
    Facharzt für Neurologie, Leiter des Kölner Parkinsonnetzwerks, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Köln
  • Prof. Dr. med. Candan Depboylu;
    Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnungen Spezielle Neurologische Intensivmedizin, Neurogeriatrie und Somnologie (DGSM), Chefarzt der Neurologischen Klinik Sorpesee, Sundern
  • Prof. Dr. med Wolfgang Greulich;
    Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Zusatzbezeichnung „Klinische Geriatrie“, Hagen
  • Prof. Dr. med. Rüdiger Hilker-Roggendorf;
    Facharzt für Neurologie, Neurologische Intensivmedizin, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie im Klinikum Vest, Recklinghausen/Marl
  • Dr. med Pantea Pape;
    Fachärztin für Neurologie, Rehabilitationswesen und Verkehrsmedizin, Leitende Ärztin des NTC Neurologisches Therapiecentrum Köln

Was hilft bei fortgeschrittenem Parkinson?
Welt-Parkinson-Tag 2020: Spezialisten informieren

Rund 400.000 Menschen in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) von Parkinson betroffen . Damit ist Parkinson bereits jetzt die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Die ersten sichtbaren Symptome wie verlangsamte Bewegungen, Zittern, ein kleinschrittiger Gang, zunehmende Bewegungslosigkeit und Muskelsteifheit treten auf, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Ihren Anfang nimmt sie schon Jahre früher: Im Gehirn sterben Nervenzellen ab, die den für die Steuerung von Bewegungen wichtigen Botenstoff Dopamin herstellen. Zur Behandlung des Dopaminmangels stehen eine Reihe wirksamer Medikamente zur Verfügung, doch auch sie können das weitere Fortschreiten der Erkrankung nicht stoppen. Für die Patienten bedeutet dies: Sie müssen sich darauf einstellen, dass ihre Therapie über die Jahre angepasst und intensiviert werden muss – abhängig von der individuellen Entwicklung der Symptome. Über die Therapieoptionen bei fortgeschrittenem Parkinson informieren Expertinnen und Experten anlässlich des Welt-Parkinson Tags 2020 am Lesertelefon.

Alternativen bei fortgeschrittener Erkrankung
Zu Beginn der Behandlung gelingt es oftmals, die Bewegungsstörungen mit einem einzigen Medikament so gut in den Griff zu bekommen, dass die Patienten symptomfrei sind. Mediziner sprechen dann von einer „Honeymoon-Phase“ – den Flitterwochen der Parkinson-Therapie. Da jedoch der Untergang von Nervenzellen im Gehirn fortschreitet, ist es früher oder später notwendig, die Monotherapie zu erweitern. Jetzt kommen mehrere Wirkstoffe in Kombination zum Einsatz, um die auftretenden Komplikationen unter Kontrolle zu behalten. Allerdings gibt es keine Idealkombination – sie muss für jeden Patienten individuell gefunden und kontinuierlich angepasst werden. Dabei geht es nicht nur um die Kontrolle der Bewegungsstörungen, sondern zunehmend auch um die Behandlung von psychischen Symptomen und von Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit.

Therapeutisches Fenster wird kleiner
Je weiter die Erkrankung fortschreitet, umso kleiner wird das so genannte therapeutische Fenster. Es bezeichnet den Abstand zwischen einer Medikamentendosis, die für eine gute Beweglichkeit sorgt und einer Dosis, bei der Schwankungen in der Beweglichkeit auftreten, die für den Patienten äußerst unangenehm sind. Mit der Zeit wird die Kombination der Medikamente immer komplexer, die Nebenwirkungen nehmen zu und es kommt immer häufiger zu motorischen Komplikationen. Im Spätstadium von Parkinson stellt sich daher für viele Patienten die Frage nach möglichen Alternativen zu dieser immer schwieriger werdenden Gratwanderung und ihren Folgen für die Lebensqualität.

Pumpentherapie oder Operation?
Von den aktuell drei verfügbaren alternativen Therapieansätzen bedienen sich zwei einer Pumpe, um den Wirkstoff unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts zu verabreichen. Bei der Apomorphin-Pumpe wird ein Wirkstoff, der die Funktion des Botenstoffs Dopamin nachahmt, unter die Haut gespritzt. So werden relativ gleichbleibende Wirkstoffspiegel erreicht und Phasen der Über- oder Unbeweglichkeit reduziert. Bei der zweiten Pumpentherapie wird L-Dopa – das am besten wirkende Medikament gegen Parkinson – über eine Sonde direkt in den Dünndarm injiziert. So können die Wirksamkeit des Medikaments verlängert und Wirkungsschwankungen reduziert werden. Zudem ergeben sich positive Effekte auf die Gangsicherheit und nicht-motorische Störungen wie Halluzinationen, Depressionen und Schlafstörungen. Die dritte Alternative setzt direkt in den betroffenen Bereichen des Gehirns an: Bei der Tiefen Hirnstimulation (THS) werden dort Elektroden platziert, die gezielte elektrische Impulse abgeben und so Bewegungsstörungen wie zum Beispiel das für Parkinson typische Zittern eindämmen.

Informationen zu Therapien bei fortgeschrittenem Parkinson
Wann und für wen kommen Pumpentherapie oder THS in Frage? Mit welchen Einschränkungen im Alltag muss ich bei der Pumpentherapie rechnen? Wann ist die THS eine Alternative und welche Verbesserungen kann ich erwarten? Muss ich trotz Pumpentherapie oder THS weiter Medikamente einnehmen? Zu allen Fragen rund um die Behandlungsmöglichkeiten bei fortgeschrittenem Parkinson informieren diese Expertinnen und Experten am Lesertelefon-

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