Quelle: DGFF (Lipid-Liga) e.V.

Donnerstag, 17. Juni 2021
16:00 – 19:00 Uhr

Kostenfreie Rufnummer:
0800 - 2 811 811

Experten:

  • Prof. Dr. med. Peter Grützmacher;
    Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Leiter des Agaplesion Medizinischen Versorgungszentrums Frankfurt
  • Prof. Dr. med. Ulrich Julius;
    Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie; Bereich Lipidologie und Lipoproteinapherese-Zentrum, Medizinische Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Techn. Universität Dresden
  • Prof. Dr. med. Volker Schettler;
    Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Nephrologisches Zentrum Göttingen
  • Dr. med. Anja Vogt;
    Fachärztin für Innere Medizin und Leiterin der Stoffwechselambulanz und Lipoproteinapherese des Klinikums Innenstadt der Ludwig Maximilians Universität München
  • Prof. Dr. med. Oliver Weingärtner;
    Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin, Leiter der Lipid-Ambulanz der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Jena

Was bedeuten Cholesterinwerte für meine Gesundheit?
Expert*innen der DGFF (Lipid-Liga) informieren am Lesertelefon

Dass zu hohe Blutfettwerte die Gesundheit gefährden und schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verursachen oder begünstigen können, ist den meisten Menschen bewusst. Doch wenn es um konkrete Zahlen geht, wissen viele nicht, was die eigenen Blutfettwerte über ihre Gesundheit und mögliche Risiken verraten. Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterinwerte, Triglyceride und Lipoprotein(a) – schon die Anzahl der Blutfettwerte ist verwirrend. Auf welche Werte kommt es besonders an und was sagen sie aus? Ab welchen Grenzwerten ist Gegensteuern notwendig und wie kann ich erhöhte Werte senken und niedrig halten? In der Sprechzeit beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen – kurz Lipid-Liga – Ihre Fragen rund um das Thema Blutfettwerte.

Gutes Cholesterin – schlechtes Cholesterin
Ungesund und gefährlich – Cholesterin genießt keinen guten Ruf. Doch ohne Cholesterin könnten wir nicht leben, denn dieser fettähnliche Stoff ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran jeder einzelnen Körperzelle. Außerdem ist es für die körpereigene Bildung von Hormonen und von Vitamin D unerlässlich. Cholesterin gelangt über zwei Wege in unser Blut: Unsere Leber bildet es selbst, und es wird über die tägliche Nahrung aus dem Darm aufgenommen. Doch wann kann Cholesterin zum Problem werden? Im Körper wird Cholesterin in Eiweißhüllen verpackt transportiert – den sogenannten Lipoproteinen. Davon gibt es im Wesentlichen zwei Arten: LDL (Low Density Lipoproteins) und HDL (High Density Lipoproteins). LDL transportiert Cholesterin zu den Körperzellen, die es benötigen, HDL transportiert Cholesterin unter anderem aus den Wänden der Blutgefäße zurück in die Leber. Bei zu viel an LDL-Cholesterin im Blut können die Zellen nicht mehr ausreichend viel aufnehmen. Der Blutspiegel bleibt hoch und Cholesterin kann sich in den Gefäßwänden ablagern, wo es dann zu einer Verengung kommen kann, der sogenannten Atherosklerose. Die möglichen Folgen: Eine eingeschränkte Sauerstoffversorgung der Muskulatur und wichtiger Organe wie Herz und Gehirn – das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine steigt rapide. Ob ein hoher HDL-Wert dagegen Schutz bietet, ist wissenschaftlich unklar. Deshalb spielt der LDL-Cholesterinwert die wichtigste Rolle.

Wissen, was zählt, …
Wenn von Cholesterinwerten die Rede ist, lohnt es sich also, genauer hinzusehen. Neben dem Gesamtcholesterinwert gibt es einen eigenen Wert für das LDL-Cholesterin und einen für das HDL-Cholesterin. Außerdem können der Triglycerid-Wert sowie der Wert für Lipoprotein(a) gemessen werden. Der Gesamtcholesterinwert hat nur eine geringe Aussagekraft – wichtiger sind die Einzelwerte. Bei einem Menschen ohne weitere Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sollte der LDL-Cholesterinwert im Blut unter 116 Milligramm je Deziliter (mg/dl) (bzw. 3 mmol/l) liegen, Triglyceride unter 150 mg/dl (bzw. 1,7 mmol/l), Lipoprotein(a) unter 30 mg/dl (bzw. 70 nmol/l). Wer zum Beispiel an Diabetes oder Bluthochdruck leidet, bereits einen Herzinfarkt hatte oder andere Risikofaktoren aufweist, für den gilt ein individuell vom Arzt festzulegender niedrigerer Zielwert für LDL-Cholesterin.

… um gezielt gegenzusteuern
Bei erhöhten Blutfettwerten sind diese Grenzwerte gleichzeitig Zielwerte für die Behandlung. Um die Werte zu senken, stehen gut erforschte und wirksame Medikamente zur Verfügung. Besonders wenn sich bereits Gefäßverengungen entwickelt haben oder wenn es bereits zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen der Beine gekommen ist, sind diese Medikamente unverzichtbar, um die Atherosklerose zu bremsen oder zu stoppen. Doch das Fundament für niedrigere Blutfettwerte legen die Betroffenen selbst, indem sie ihren Lebensstil optimieren: Mehr Bewegung, weniger Gewicht und gesünder essen sind Schlüssel für die Gesundheit. Außerdem ist der Verzicht aufs Rauchen enorm wichtig, um die Blutgefäße gesund zu erhalten.

Expertinnen und Experten in der Sprechzeit
Ab welchem Alter und wie oft sollte man seine Blutfettwerte untersuchen lassen? Sind meine Werte für mein Alter und meinen Gesundheitszustand zu hoch? Warum sind Menschen mit einem Diabetes und/oder mit Bluthochdruck besonders gefährdet? Können erhöhte Blutfettwerte erblich bedingt sein? Wie senke ich meinen LDL-Cholesterinwert? Sollte ich Medikamente dauerhaft einnehmen? Antworten auf Ihre Fragen rund ums Thema Cholesterin gibt es bei den Expertinnen und Experten in der Sprechzeit.

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Hinweis an die Redaktionen:

Die Expert*innen am Lesertelefon informieren umfassend und neutral, stellen jedoch keine telefonischen Diagnosen und sprechen keine konkreten Therapieempfehlungen aus.

Persönliche Daten der Anrufer*innen werden nicht gespeichert bzw. aufgenommen.

Dieses Lesertelefon findet mit Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. statt.

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