Quelle: MCG

Donnerstag, 07. März 2019
15:00 – 19:00 Uhr

Kostenfreie Rufnummer:
0800 - 0 90 92 90

Experten:

  • Dr. med. Christine Heller
    Fachärztin für Pädiatrie und Hämostaseologie, Oberärztin am Gerinnungszentrum der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt
  • Dr. med. Cornelia Wermes;
    Fachärztin für Kinderheilkunde mit dem Schwerpunkt Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Hämostaseologie am Werlhof-Institut Hannover und den Hämophilie-Zentren Hildesheim, Hannover und Osnabrück

Blaue Flecken, häufiges Nasenbluten, starke Menstruation:
Was tun, wenn Blutungen lange andauern?

Nasenbluten, blaue Flecken, Zahnfleischbluten – wer kennt das nicht? Was bei gelegentlichem Auftreten einfach nur lästig ist, kann bei häufigem Vorkommen ein Hinweis auf eine ernst zu nehmende Blutgerinnungsstörung sein: das von-Willebrand-Syndrom, kurz vWS. Nach Angaben der Deutschen Hämophiliegesellschaft betrifft die Erkrankung rund ein Prozent der Bevölkerung , also rund 800.000 Menschen. Damit ist das vWS die häufigste angeborene Blutstillungsstörung überhaupt. Die erhöhte Blutungsneigung betrifft vor allem die Schleimhäute in Form von Nasenbluten und oberflächlichen Hämatomen; bei Frauen kann es zu einer deutlich verstärkten Regelblutung kommen. Doch ein vWS ist mehr als nur unangenehm: Wird es nicht erkannt und entsprechend seines Schweregrades behandelt, kann es zum Beispiel bei operativen Eingriffen oder größeren Verletzungen ein lebensgefährliches Risiko bedeuten . Doch woran erkennt man ein vWS, wie wird es sicher diagnostiziert – und wie behandelt? Informationen rund ums Thema gibt es bei erfahrenen Gerinnungsexpertinnen am Lesertelefon.

Kleine Ursache – bedrohliche Wirkung
Die Blutgerinnung ist für unser Überleben von entscheidender Bedeutung: Damit das Blut ungehindert Sauerstoff, Nähr- und Botenstoffe transportieren kann, müssen undichte Stellen im Blutkreislauf – etwa bei einer Verletzung – schnellstmöglich repariert werden. An dieser komplexen Reaktion sind eine ganze Reihe von Faktoren beteiligt, die nur im Zusammenspiel zu einer Stillung der Blutung führen. Fehlt einer dieser Faktoren, stoppt die Blutung nur langsam oder in extremen Fällen gar nicht. Beim von-Willebrand-Syndrom mangelt es an einem speziellen Protein, dem so genannten von-Willebrand-Faktor (vWF), der unter anderem für die Anlagerung von Blutplättchen und damit den raschen Verschluss der Wunde verantwortlich ist. Sieben von zehn Betroffenen weisen eine verminderte Konzentration des vWF im Blut auf – sie zählen zu den Typ-1-Patienten. Beim Typ-2 ist die Struktur oder Funktion des vWF gestört, bei Typ-3, der schwersten Form, fehlt das Protein völlig.

Symptome frühzeitig erkennen und behandeln
Damit es bei größeren Verletzungen, Operationen oder einer Entbindung nicht zu einem größeren Blutverlust kommt, gilt es, das von-Willebrand-Syndrom möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Schon im Kindesalter können häufiges Nasenbluten, länger nachblutende Schnitt- oder Schürfwunden sowie das häufige Auftreten von blauen Flecken auf ein vWS hinweisen. Bei jungen und erwachsenen Frauen kann sich ein vWS durch eine länger anhaltende und verstärkte Regelblutung zeigen. Der Blutverlust kann zu einem Eisenmangel und damit zu einer Blutarmut führen, die sich in Abgeschlagenheit und Schwäche, aber auch in gravierenderen Symptomen wie Atemnot oder Herzrasen äußern kann. Sicherheit, ob es sich bei den beobachteten Anzeichen für eine verzögerte Blutgerinnung um ein vWS handelt, gibt eine spezifische Diagnose, bei der die Patienten- und Familienanamnese sowie Blutuntersuchungen im Mittelpunkt stehen. Je nach Ausprägung der Gerinnungsstörung gibt es eine individuell angepasste Therapie. Sie ermöglicht den Betroffenen ein weitgehend normales Alltagsleben und minimiert die Blutungsneigung bei medizinischen Eingriffen. 

Gerinnungsspezialisten informieren
Wie kann ich einschätzen, ob eine Blutung ungewöhnlich lange andauert? Wann gilt eine Regelblutung als ungewöhnlich stark? An wen wende ich mich bei Anzeichen eines vWS? Kann der Hausarzt ein vWS bei einer Routine-Blutuntersuchung feststellen? Wie genau läuft die Diagnose? Muss ich als vWS-Patient lebenslang Medikamente einnehmen? Darf ich als vWS-Patientin schwanger werden? Was ist bei geplanten Operationen zu beachten? Hat das vWS etwas mit der Bluter-Krankheit zu tun?  Antworten auf alle Fragen rund um Blutgerinnungsstörungen und das von-Willebrand-Syndrom gibt es bei den Expertinnen am Lesertelefon.

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